Das Dorf-Urgestein von Barmen, Erwin Jungbluth, begeht am 30. April sein 50-jähriges Küsterjubiläum. Zum Jubiläum findet Alexander Holz die passenden Worte über seinen Weggefährten.

Küster Erwin Jungbluth in der Barmer Pfarrkirche vor “seinem” Flügelaltar, einer Antwerpener Retabel.

Als Erwin Jungbluth zum 1. Mai 1972 seine erste Küsterstelle in Aldenhoven-Pattern antrat und neun Jahre später in die Pfarre Barmen / Merzenhausen wechselte, konnte niemand ahnen, dass dieser Dienstantritt einmal für Barmen und seine Bewohner prägend sein sollte. Seitdem ist er bei Taufen, Kommunionen und anderen kirchlichen Feiern festes Inventar der Pfarre gewesen und hat in fast vierzig Jahren manches Kind aus den beiden Orten von der Taufe bis zur Hochzeit begleitet.

Erwin Jungbluth kennt fast jeden Ortsbewohner und ist aufgrund seiner freundlichen und offenen rheinischen Art schnell mit jedem per Du, vom Messdiener bis zum Bischof Mussinghoff.

Gerne erzählt Erwin von seiner ersten Begegnung mit Pfarrer Otto Maier, unter dem er seinen Dienst in Barmen antrat, wobei ihm dessen Nachfolger, Pfarrer Hans Wesseling, besonders nah ans Herz gewachsen ist. Als Barmen seinen eigenen Ortspfarrer verloren hatte, wurde der Küster zu einer unverzichtbaren treibenden Kraft, die den „Laden am Laufen hielt“, wie er es immer gerne auszudrücken pflegte.

Aber nicht nur für die katholische Kirche, auch für Barmen und Merzenhausen ist der Küster Erwin Jungbluth über Jahre hinweg eine unverzichtbare Personalie. So ist er jedenfalls schon lange ein richtiges Dorf-Urgestein, und es verwundert niemanden, wenn der beliebte Küster, der gerne mit seinem motorisierten Gefährt unterwegs ist und zur Begrüßung sein Hupsignal „rüberwirft“, von den Einwohnern freundlich zurückgegrüßt wird. Diese Bekanntheit endet nicht an der Ortsgrenze Barmens, er hat „nebenbei“ auch in den Kirchen von Floßdorf und Bourheim nach dem Rechten gesehen, demnach seine Tätigkeit deutlich erweitert.

„Wer Erwin nicht kennt, kann noch nicht lange in Barmen gewesen sein“, meint Gratulant Propst Josef Wolff. „Kräftig wie die Stimme ist seine Leidenschaft für ,seine‘ Kirche, auch liebevoll ,Tempel‘ genannt. Eine kleine Erinnerung an seine Leidenschaft und sein ,Kötten‘ ziert den Deckel des Taufbeckens, für dessen Restaurierung er auch gesammelt hat.“ Und auch wenn der Jubilar öfters ausrufen würde „Dat hiltste im Kopp nit us!“ arbeite sein Kopf besser als manches Handy oder mancher Computer.

Auf Wunsch von Erwin Jungbluth soll die größere öffentliche Feier nachgeholt werden, sobald die Ansteckungszahlen gesunken sind.

Die Messe am Samstag, 30. April um 19 Uhr in St. Martinus wird gefeiert als Dankeschön für den Dienst des „vergoldeten Küsters“ und „den, der uns diesen außergewöhnlichen Menschen geschenkt hat“, wie Propst Wolff die Feier ankündigt. Die Kollekte dabei soll zur Hälfte über Caritas International den Kriegsopfern in der Ukraine zugute kommen sowie zur anderen Hälfte der Verschönerung des kleinen Gartens von Erwin Jungbluth, in dem er Erholung für seinen Dienst findet.

Kategorien: Dorfleben

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