Die Arbeitsgruppe Heimatkunde veranstaltet zum zweiten Mal die „Barmer Geschichtstage“. Zur Finanzierung sind wir auf Spenden und Zuschüsse angewiesen, daher nehmen wir an einem Förderprogramm der Raiffeisenbank Erkelenz eG teil. Es geht um einen Zuschuss in Höhe von 2.200 Euro, die Veranstaltung zu finanzieren.

Wir bitten darum unter folgendem Link zunächst einmal unter „Auswahl Antragsgebiet“ auf „Raiffeisenbank Erkelenz“ zu klicken und dann für unser Projekt zu stimmen.
https://www.foerderprogramm-erkelenz.de/de/Antraege/Aktuelle-Antraege.php

Am 1. September 2018 finden zum zweiten Male die „Barmer Geschichtstage auf Schloss Kellenberg“ statt. Das Thema ist in diesem Jahr die napoleonische Zeit, in der das Rheinland zum Staatsgebiet Frankreichs gehörte (1798-1814). Unsere Veranstaltung wird bereichert durch Schausteller, wie dem Corps Juliers, die u. a. mit einer Geschützvorführung auftreten, einer Ausstellung zur Geschichte Barmens in dieser Zeit und einer Buchpublikation über den Barmer Driesch als Lebensgrundlage der Menschen. Verdeutlicht wird das Leben der einfachen Menschen durch einen Korbmacher, der die Lebensgrundlage des Weidenanbaus und der Weidennutzung, die als Existenzgrundlage vieler Einwohner diente, anschaulich darstellt. Hinzu kommen noch verschiedene Stände, die das leibliche Wohl garantieren.

Ebenfalls sollen an diesem Tage zwei Informationsschilder über alte und vergessene Barmer Wegenamen enthüllt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Damit wird ein Verständnis für alte Ortsbezeichnungen erweckt und dieses für spätere Generationen gesichert. Auf Kellenberg selbst erwecken verschiedene Schausteller eine fremde Welt wieder zum Leben, zeigen den Besuchern den Alltag im französischen und preußischen Militär und verweisen gleichzeitig auf das Leben der Dorfbevölkerung.

Neben den Ausstellungen, die besonders historische Funde und Gegenstände dieser Zeit präsentieren, unterstützt eine Publikation über das Leben der Menschen in Barmen den wissenschaftlichen Charakter der Feierlichkeit, die damit für Jung und Alt, für Hobby-Historiker und Laien ein Programm bietet.

Das 19. Jahrhundert repräsentierte eine Aufbruchsstimmung, die die Menschen im beginnenden 19. Jahrhundert erfasste. Grenzen schienen zu fallen, besonders die sozialen,die vorher noch als unüberwindlich galten. Vieles schien möglich und so setzte sich eine Lebensvorstellung durch, die man als progressiv bezeichnen konnte. Der Mensch befreite sich aus seinen Fesseln und profitierte von dem rasant einsetzenden Fortschritt. Natürlich hatte dieser Fortschritt seinen Preis, aber den war man bereit zu zahlen.

Von Krieg und Revolution erschüttert startete in den kleinen Dörfern Barmen, Floßdorf und Merzenhausen ein bislang ungeahnter Modernisierungsprozess, wie ihn die Ortschaften in der Kürze der Zeit und der Intensität in ihrer Geschichte noch nie erlebt hatten. Aus einem alten, „unansehnliche[n] Kirchdorf mit schmutzigen Straßen und schlechten Häusern“, wie Barmen 1850 noch in einem Bericht über die Dörfer um Jülich bezeichnet wurde, sollte bis 1912 ein „freundliches Dorf“ werden. Den Charakter, den Barmen hier zugesprochen wurde, blieb dem Ort seitdem erhalten, weshalb das Dorf gerne von Besuchern aufgesucht wird.

Dabei gilt anzumerken, dass Barmen, Merzenhausen und auch Floßdorf so wie jede andere Ortschaft über architektonische und historische Besonderheiten verfügen, diejedoch kaum einem Einwohner und Besucher bewusst sind. Wieso tragen die Straßen ihren heutigen Namen? Wieso steht im Ort ein Spritzenhaus oder eine Hofanlage im Renaissancestil? Wer hat die Gebäude erbaut? Wer wohnte hier einst? Eine vergangene Zeit soll vor dem geistigen Auge wiederzuerstehen und mit diesem Auge kann dann bei einem Spaziergang durch die Ortschaften vieles in einem anderen Licht gesehen werden. Vergangenes wird lebendig und viele Gebäude, Straßenzüge und Straßennamen erscheinen in einem anderen Licht.

Die Frage, die sich daher für die Kellenberger Geschichtstage stellt, ist, was vom 19. Jahrhundert heute noch bleibt? Die Antwort ist ganz einfach: eine ganze Menge. Aber man sieht es nur mit einem sensibilisierten Blick. Nicht nur das gesamte alte Ortsbild erhielt in dieser Zeit seine heutige Ausprägung, ebenso liegen hier aber auch die Wurzeln des aktuellen Dorflebens. Vereine, die heute immer noch das Leben prägen, haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Der französische Einfluss, der auf Barmen wie auf andere Orte identitätsprägend wirkte, ist bis heute nicht nur noch in zahlreichen Ausdrücken der Sprache allgegenwärtig.

Die Zweiten Barmer Geschichtstage haben das Ziel, Vergangenes zu gegenwärtigen. Es wird anhand von Schaustellern die Zeit, in der das Rurtal zum französischen Staatsgebiet gehörte, wieder zum Leben erweckt. Gleichzeitig wird das Leben der Menschen im „langen 19. Jahrhundert“ präsentiert, mit ihren Nöten, ihren Ängsten und ihrem Alltag. Eine Ausstellung historischer Zeugnisse unterstützt diese Präsentation und verleiht dem Fest einen wissenschaftlichen Charakter. Die Besucher werden in die vergangene Zeit hineinversetzt und können gleichzeitig erkennen, dass Geschichte kein abgeschlossener Prozess ist, sondern immer Bezugspunkte zur Gegenwart aufweist. Geschichte soll damit als Bereicherung der Gegenwart zugänglich gemacht werden.

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Kategorien: Dorfleben

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