Die Geschichtstage 2018 auf Schloss Kellenberg stellen einen großen Erfolg mit mehr als 600  Besuchern dar. Neben dem Fokus auf die französische und preußische Besatzungszeit im Rheinland, mit Geschützvorführungen, Musketenschießen und dem Leben im Heerlager wurden durch die LaNTD-AG erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Wiederbeweidung des Driesches vorgestellt.

Stefanie Heidner (RWTH Aachen) stellte die Ergebnisse in einem Vortrag über Ihre Masterarbeit vor. Die Studie zeigt, dass eine Beweidung einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der Drieschlandschaft liefern könnte. Durch eine Beweidung würde die biologische Vielfalt gesteigert und würde einen Beitrag zur Bekämpfung der Neophyten geliefert.

Problematisch ist nur die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, da der Driesch als Wald betrachtet wird bzw. durch Ökopunktflächen zum Auwald entwickelt wird und eine Beweidung von Wäldern und Uferbereichen nicht möglich ist. Der Einfluss einer extensiven Beweidung auf urwaldflächen und Uferbereiche müsste in einer Testphase untersucht werden. Die Rinderrasse Rotes Höhenvieh, wurde in der Studie als für das Projekt geeignete Rasse ausgewählt. Diese Rasse ist für die ganzjährige Beweidung des Driesches aufgrund der Robustheit und Erfahrungen in der Landschaftspflege geeignet. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Rasse in Vorträgen und live auf den Kellenberger Wiesen vorgestellt.

Bürgermeister Axel Fuchs, Schirmherr der LaNTD-AG, brachte der AG ein besonderes Geschenk mit. Er legte mit einem Pachtvertrag für eine Parzelle auf dem Barmer Driesch den Grundstein für den Aufbau einer Testphase. Thomas Muckenheim als Sprecher der LaNTD- AG dankte im Namen der AG der Stadt Jülich und betonte, dass man nun an den Aufbau einer Herde denken und mit der Planungen für Pilotphase beginnen könne, ein Antrag für eine weitere LEADER- Förderung sei bereits in Arbeit. Guido von Büren, Vorsitzender des Geschichtsvereins Jülich, betonte, dass auch das LaNTD-Projekt aktive Geschichtsforschung bedeutet, wird dabei doch an historische Weideformen angeknüpft und der Erhalt einer Kulturlandschaft verfolgt.

Ein Ergebnis der Machbarkeitsstudie stellt auch das aktuelle Buch „Der Driesch – Lebensgrundlage einer rheinischen Gemeinde im Spiegel der Zeit“ dar, eine historische Betrachtung dieser Kulturlandschaft, in der die Bedeutung als wirtschaftlicher Faktor in der Vergangenheit durch den Autor Dr. Alexander Holz herausgearbeitet wurde. Das Buch ist über das DORV- Zentrum in Barmen oder über die Buchhandlung Fischer in Jülich erhältlich. Aber auch eine Ausstellung und historisches Filmmaterial zum Driesch und dem „letzten Korbmacher“ wurden in der LaNTD-Scheune gezeigt und ließen Geschichte lebendig werden.

In dem Grußwort des Landrats Wolfgang Spelthann, der auch als Vorsitzender der LAG des LEADER Projekts zugegen war, wurden die Bemühungen des Kultur- und Verkehrsvereins Barmen e.V. sich um Heimat und Geschichte zu kümmern hervorgehoben und als wichtige identitätsstiftenden Beitrag für die Gesellschaft gewertet . Es sei schön zu erleben, wie Europäische Gelder über das LEADER Projekt in die Region fließen dazu beitragen, wie aus Bürgerideen Wirklichkeit werde.

Er wünschte sich für Schloss Kellenberg eine nachhaltige Nutzung, so dass Kellenberg als Begegnungsstätte für die Region genutzt werden könnte, handele es sich doch um eine der größten Wasserburgen in der Region die unmittelbar am Ruruferradweg läge.

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